Mittelaltermarkt auf der Giechburg zu Scheßlitz in Oberfranken 2013


Der Hufeisen-Glücksschmied auf der Giechburg zu Scheßlitz


Einfache Fahrt 315 km

Oberfranken

Als ich nach vielen Stunden die Giechburg von der Autobahn über die Berge erblickte, freute ich mich doch sehr, wieder angekommen zu sein. 2 Mal war ich schon da. Hier fühle ich mich auch ein Stück zu Hause. Das liegt auch an der sympatischen Art der 2 Veranstalter von Flammentanz Events Mirko Thoma und Patrick Neuhäuser. Mittlerweile gehört auch genau deshalb Oberfranken zu einer meiner beliebtesten Anfahrtsregionen. Aber auch weil die Menschen in Franken so schön die Uhrzeit dahersagen können, viertel und dreiviertel.


Anhänger

Unterhalb der Giechburg koppelte ich meinen Anhänger ab. Dabei ist er mir bei dieser Schräge gleich ein paar Meter nach unten gerutscht. Da half auch die Handbremse nicht. Das war kritisch. Irgendwann schleppte mir jemand, wie jedes Jahr, meinen schwerbeladenen Anhänger die steile Burg Giech hinauf. 100 PS sind dafür einfach viel zu wenig. Es war schön angekommen, und wieder da, zu sein, meine Nachbarn zu begrüßen und den herrlich weiten Blick ins Land zu bestaunen.


Echt heißes Wochenende

Jetzt musste ich schnell meinen Hufeisen-Glücksschmied Stand aufbauen, denn es dämmerte bereits und ein paar Minuten Feierabend wollte ich auch noch haben. Die erste Nacht schlafe ich immer oben auf der Burg. Es war immer noch heiß, sehr heiß. Im Radio brachten sie dass es warscheinlich das heißeste Wochenende der Jahres werden würde. Auch jetzt kurz vor Einbruch der Dunkelheit, waren die Temperaturen noch sehr angenehm. Ich nahm mir also eine mitgebrachte Flasche Bier aus dem wassergefüllten Holzeimer, die aber leider immer noch nicht wirklich kühler geworden war, ging damit an die Burgmauer und genoß die einzigartige Aussicht. In diesem Moment hätte ich mir doch ein schönes kühles und frisch gezapftes gewünscht. Egal, der Moment und die Momente waren mein Feierabend und den galt es zu genießen.


Anhänger Erlebbar-Heute

wir warten

Giechburg zu Scheßlitz

Giechburg zu Scheßlitz

Plakat Mittelaltermarkt Giechburg

Mittelaltermarkt Giechburg

Freunde und Bekannte

Da waren wie im vorigen Jahr auch die "lustigen" Axtwerfer von Ax Terax. Die sind wirklich lustig. Nette Leute. Später ging ich noch schnell, bevor die Nacht eindeutig herreinbrach, zu Andreas dem Schneider, der alles selbst schneidert und außer einem textilen Verkaufsstand noch ein schönes Lager hat. Er hatte einen Freund Micha mitgebracht, mit dem ich noch ein tolles Gespräch hatte. Als ich meine dritte und letzte Flasche Bier aus dem Wassereimer holen wollte rutschte sie mir aus den Händen. Nein war das schlimm. Heulen hätte ich können. Sehen konnte ich nun fast nichts mehr so dunkel war die Nacht. Andreas gab mir aus seinem Kasten noch so eine schöne warme Flasche Bier. So hatte ich mit den Axtwerfern und Andy und Micha noch schöne Feierabendgespräche und noch einen letzten Schluck Bier den ich nun sehr genoß. Mein PKW stand gleich daneben uns so warf ich mich ins Auto, stellte den Sitz so weit es geht nach hinten und unten und schlief auch sofort ein. So wie ich war, nichts brauchte ich mehr.


Schweißgebadet

Nachdem ich einen schönen ausgeglichenen Sonnabend auf dem Mittelalterfest hatte, nicht so sehr heiß und verschwitzt wie die anderen die direkt der Sonne ausgesetzt waren, sondern im Schatten zwischen Turm und Galerie, neugierige Gäste und Besucher, Kinder die ihre Hufeisen schön putzten, Gespräche und Anregungen von Weltenbummlern, Hufeisenwerfer, Glücksthalerprägern und Schmiedewilligen freute ich mich auf meinen verdienten Feierabend um 24 Uhr. Ich lief noch eine kleine Zeit mit einem dort gekauften halben Liter über den Platz und ging dann den Burgberg hinunter zum Wagen. Dort hörte ich noch ein wenig Radio und Nachrichten, zB. das in Thüringen eine Windhose übers Land gezogen ist und telefonierte kurz mit Ulrike. Nachts wachte ich schweißgebadet auf. Aus allen Poren drang Schweiß. Ich schwitze wie die Hölle. Absolute Schwüle lag in der Luft. Ich konnte mich nicht erinnern in letzter Zeit einmal so geschwitzt zu haben. Mit Tüchern wischte ich mir über Stirn und überall sonst, zog meine Sachen aus und schlief wieder ein.


Frühstück

Am Sonntag Morgen ganz früh stieg ich mit meiner schweren Tasche die Giechburg hinauf. Das waren 15 Minuten schwerer Fußmarsch. Ober sah ich, dass vom nächtlichen Sturm mein Stand arg zugerichtet war, aber reparabel. Schnell baute ich neu und ging hoch in den Speisesaal wo wie jedes Jahr von den 2 Veranstaltern und ihren Freundinnen ein ganz ordentliches Frühstück angeboten wurde. Immerhin gratis für alle Mitwirkenden und das bereits im 3. Jahr. Brötchen mit Wurst, Marmelade und oder Käse. Dazu ein kräftiger und kräftigender Kaffee der mir außerordentlich gut schmeckte. Nicht wie unterwegs oder auf Festen angebotener hauchdünner Blümchenkaffee. Das Frühstück ist eine gute Gelegenheit andere Mitstreiter kennenzulernen und in anderen ihren Sorgen und Gedanken das Fest betreffend hineinzuhören. Auch schliefen hier welche noch im abgetrennten Hinterraum. Mir ist das aber einfach zu viel Aufwand, zu umständlich und außerdem bin ich dazu meist schon zu müde. Danach nutze ich die Gelegenheit, wie mit Patrick und Mirko abgesprochen den Musiker Jürgen Hofmann, mit dem ich bereits nette Gespräche hatte und der mich noch von der Wasserguillotine kannte, nach dem Zimmerschlüssel zum duschen zu fragen, den er mir auch bereitwillig gab. Endlich konnte ich doch einmal ordentlich duschen, nach dieser schwülen und durchschwitzen Nacht. Danke Jürgen von Schabernackrakel!


Glücksschmied

Glücksschmied mit Gästen

Aussteller Burgfest

Aussteller Töpferstand

Glücksschmiede-Stand

Glücksschmiede-Stand


Extra wegen mir

Hinfahrt, Ankunft, Aufbau, Abbau Abfahrt und Heimfahrt sind nun mal mit meine wesentlichen Bestandteile der Reise. Das dazwischen wiederholt sich eben auch oft und geführte Gespräche gleichen sich. Es geht um Hufeisen und um Glück, Glückshufeisen und um Glücksthaler. Zum Sonntag war dann doch mal wieder etwas außergewöhnliches. Ein junges Pärchen, mittelalterlich gekleidet aus Hof kam zu mir und berichtete, das sie eigentlich ins sächsische Gößnitz schon zu mir kommen wollten zum Hufeisen gravieren. Doch weil sie auf meiner Internetseite gelesen hatten, das das Stadtfest in Gößnitz wegen Hochwasser dieses Jahr ausgefallen ist, sind sie extra nur wegen mir bis nach Scheßlitz auf die Giechburg gefahren. Na das hörte ich ja mal gerne. 4 Hufeisen haben sie sich gravieren lassen für Freunde und Bekannte die alle dieses Jahr Hochzeit halten wollten. 1 ganz kleines niedliches haben sie für sich ausgesucht. Das war doch ein ganzes Stück Arbeit. Da hatte ich bis über Mittag zu tun.


Piekser wie Gabeln

Immer hatte ich zu tun. Ich muss wirklich sagen, Werbung lohnt sich. Seitdem ich diesen neuen Aufsteller immer mit aufbaue und meine aktuellen Angebote anschlage habe ich bedeutend mehr Zulauf. Denn alles ist für jeden klar ersichtlich. Geschmiedet wurde auch und zwar einen Piekser. Das ist so etwas wie eine Gabel, aber nur mit einem Zinken. Ein junger Mann aus der unten liegenden Gemeinde Scheßlitz hat sich bei mir auf der Feldschmiede selbst, aber auch zusammen mit mir, so einen Piekser geschmiedet. Am nächsten Tag kam er sogar noch einmal mit Freunden und dann haben sie sich noch einmal genau dasselbe zusammen geschmiedet. Auch ich habe davon gelernt. Ich habe auch nie gesagt, das ich ein gelernter Schmied bin. So konnte ich mich doch wieder mehr den Kindern und Jugendlichen zuwenden, Spass machen, so wie es meine Art ist und so wie es mir gefällt. Jeder Kontakt, weckt den Schauspieler in mir. Alles soll ein Erlebnis sein.


Sturm droht

Am Sonntag Abend regnete und stürmte es noch gewaltig. Ich hatte die Bedenken am Abend die Burg nicht mehr verlassen zu können. So schlimm wäre das auch nicht. Aber das alles noch zum Feierabend nass werden würde, ärgerte mich doch sehr. Ich baute alles so schnell wie möglich ab und stellte es in den Turm, der zwar von oben offen war, aber der Wind konnte mir nun nichts mehr anhaben, im Gegensatz wie die schlimmen Erlebnisse dieses Jahres auf der Thüringischen Heldburg. Nun hatte ich zwar alles im Turm, konnte aber nichts einpacken, da ich ja mein Pkw-Gespann noch unten auf dem Parkplatz hatte und noch nicht hinauf fahren konnte. Ich half also noch meinen lieben Nachbarn von Bine´s Drechselstube ihre Sachen so schnell wie möglich vor Wind und Regen in Auto und Anhänger zu bergen.


Animation Mittelaltermarkt

Animation der Gäste

Axtwerfer

Axtwerfer

neue Freunde

neue Freundschaft


Steile Steigung

Die beiden nahmen mich dann mit nach unten zu meinem Gespann und ich fuhr hinauf. Oben an der steilen Burgeinfahrt ist mir wieder einmal das passiert, wogegen es mir immer graust. Oben genau über der steilen Burgeinfahrt stand ein Fahrzeug. Ich musste stoppen und dann wieder aus dem Stand anfahren. Auch wenn der Anhänger leer war so war die steile Steile doch einfach zuviel für mich. Mit erstem Gang und wirklich nur gerade so erreichte ich mit Mühe den Burghof. Jetzt lag alles schwierige hinter mir und ich bräuchte "nur" noch einladen. Wieder Anhänger ab, rückwärts rein, der Wind stürmte und die Bäume bogen sich. Ich hoffte und bangte. Alles wurde schnell verladen und verpackt. Letzten Endes bin ich nach all der Angst, vor Regen und Sturm noch schneller weg gekommen als die beiden Jahre zuvor. Ach war das ein Gefühl alles wieder heil im Auto zu wissen und auf der Straße Burg runter zu sein. Nun noch ein paar Stunden Fahrt, eine schöne Hörgeschichte auf einem Kultursender im Radio und ich bin zu Hause.



Meine Tipps für einen Burgbesuch

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  2. ] Oben auf der Burg den kompletten Ring ablaufen. Ein herrlicher Ausblick über das Land
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  2. ] Wenn man in der Gaststätte ist, die dortige Toilette besuchen. Es ist warscheinlich die Toilette mit eines der schönsten Ausblicke Deutschlands
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  2. ] Am besten zum jährlichen Burgfest mit Mittelaltermarkt besteigen und die Burg von allen Seiten kennen lernen.
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  2. ] Picknicken unter der wunderschönen alten Eiche, vom Tor gesehen hinten links.
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  2. ] Es gibt zwei sehr große Parkplätze unterhalb der Burg, der Fußmarsch nach oben dauert in etwa eine 1/4 Stunde.


August 2013





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Hier mein vorheriger Bericht vom Saalfelder Feenfest in Thüringen mit Kinderritterturnier und Feen- und Koboldwettspielen.