Erlebnisse und persönliche Eindrücke von unserer Fahrt zu Hexentanz und Feenfeuer


Mit Kinderritterturnier, Kerzenzieherstand und Armbrustschießen auf Schloss Pürkelgut bei Regensburg zum grössten Sonnenwendfeuer Bayerns

Heimfahrt

Noch stehe ich unter dem Schock der langen durchfahrenen Nacht. Heute Früh 5.30 Uhr sind wir wieder zu Hause angekommen. Zweimal habe ich ca. je 25 Minuten im Auto abruhen müssen. Nichts ging mehr. Aber Ulrike musste ja Früh 7 Uhr auf Arbeit sein. Das war wichtig. Sie konnte aber die ganze Fahrt über schön im Auto schlafen, so gut das eben geht in einem fahrenden PKW mit vollbeladenem Anhänger. 20 Uhr war zum Sonntag offizieller Feierabend. Zu 22 Uhr hatten wir alles eingeladen und waren abfahrbereit. Es ist ein gutes Gefühl wieder alles ordentlich verpackt zu wissen, dieses Mal auch alles im trockenen zu haben, die Gage schon in der Tasche zu haben und die Heimreise antreten zu können. Das sind immer eines meiner Glücksmomente, die ich so liebe. Ich hatte eine gute und ehrliche Arbeit geleistet und zum positiven Gemeinwohl beigetragen. Man schätzte meine Arbeit und das schätzte ich. Meine Oma sagte zwar immer „Bleibe im Lande und ernähre dich redlich“. Doch wenn sie das geahnt hätte was heute möglich ist, in einem Rutsch mal so nach Regensburg zur Arbeit fahren und 3 Tage späten wieder zurück, nein so etwas wäre ihr nicht in den Sinn gekommen.


Ankunft auf Schloss Pürkelgut

Donnerstag Mittag wollten wir spätestens los fahren nach Regensburg, zu Hexentanz und Feenzauber. Halb 2 klappte es dann aber erst wirklich. Wir waren noch Gas holen und ich hatte noch mein Rechnungsheft zu Hause vergessen. Hinter dem Hermsdorfer Kreuz war 1 ½ Stunden Stau. Da ging gar nichts mehr. Langsam wurde ich unruhig, da ich noch wenigstens im hellen ankommen wollte, allein schon um noch einen Ansprechpartner vor Ort ausfindig machen zu können. Den brauchten wir dann auch und es fanden sich zwei junge Frauen Eva und …. Die beiden waren prima. Sie hatten die Idee, dass ich über 2 Holzbohlen zu meinem Platz fahren sollte. Die wurden dann auch schnell beschafft und ich konnte mein Gespann mit Hilfe der benachbarten Ritter noch ganz prima auf das vorgesehene Gelände fahren. Jetzt waren wir beide, Ulrike und ich aber geschafft und fertig. Ich holte noch 2 Schemel, 3 Kerzen und eine Bank raus und wir machten es uns bei immer stärker werdender Dämmerung noch bei 2 Odin-Trunk gemütlich. Wir sahen uns dabei Fotos vom vergangenen Jahr hier auf meinem Handy an und sprachen über viele nette Begebenheiten, die wir hier und auf anderen Festen in ganz Deutschland bereits zusammen erlebt hatten. Dann übermannte uns irgendwann die Müdigkeit und wir krochen in unsere Schlafsäcke ins Auto.


Stau auf der Autobahn

Stau unterwegs

Ankunft und Gemütlichkeit im Dunkeln

Ankunft und Gemütlichkeit im Dunkeln

Lilli hilft mir beim einpacken

Unsere Lilli hilft mir beim einpacken

Feuer und Drachen

Freitag Morgen, nachdem wir Frühstücken waren und noch Lebensmittel besorgt hatten mussten wir schnell aufbauen, denn wir hatten ja auch viel mit, Kinderritterturnier, Kerzenzieherstand und Armbrustschießen für Kinder. Alles dauert seine Zeit. Mir ist dabei immer sehr wichtig, das alles genau den dafür optimalen Platz erhalten soll. Denn, das optimale ist doch immer das Beste. Dabei vergeht die Zeit wie im Fluge. 16 Uhr sollte es los gehen. Spätestens 14 Uhr mussten wir das Gas für den Kerzenzieher anmachen. Dabei sage ich meinen kleinen Gästen immer, das hier drei kleine Zwergdrachen unten drunter sind, die mir den ganzen Wachs warm machen. Ansonsten würde es ja gar nicht gehen oder? Das sind Sigrun, Gundolf und Sieglinde und die speien eben ein Feuer-Gas Gemisch.


Das gute Kneitinger Bier

Eh man sich versah waren die ersten Gäste da, hatten was ausprobiert oder gespielt, bei Ulrike eine Kerze gemacht und oder sogar bei mir mit der Armbrust geschossen. Das munterte mich auf. Ich war immer noch von der Fahrt und vom stundenlangen Aufbau sehr kaputt. Nun konnte es losgehen. Jetzt war ich wieder da. Jetzt war ich bereit. Ab jetzt nur das Beste für meine kleinen und großen Gäste.

Nachdem es dunkel geworden war und wir alles zusammen-geräumt hatten, was ja auch eine ganze Weile dauert, sind wir noch mal rüber auf den Haupthof. Ich habe 2 Kneitinger Bier und Ulrike einen heißen Met getrunken. So ein halber Liter Kneitinger-Bier ist für 4 Thaler (Euro) nicht ganz billig, aber nach so einem Tag und dieser Erschöpfung ist das eine wahre Wohltat. Das Bier ist süffig und herzerfrischend gut. Es war so frisch und süffig, da hätte ich gern noch ein paar Bier trinken können, aber Ulrike war müde und ich wollte Früh auch wieder fit sein.


Stärkung für unterwegs

Essen für unterwegs

Sara am armbrustschießstand

Sara am Armbrustschießstand

Aussenansicht Schloss Pürkelgut

mein Platz

Sara, Justin und Nico

Sonnabend Früh holten wir uns bei einem Bäcker in der Nähe jeder einen schönen Latte Macchiato und belegte Brötchen. Das schmeckte uns beiden sehr gut. Mit Latte Macchiato kann man manchmal auch ganz schön Pech haben.

Da ich diesmal niemanden mit hatte der das Armbrustschießen machen würde, war ich um so erfreuter die Sara von den vorigen Jahren wieder hier zu sehen. Die wollte sowieso immer schießen und da fragte ich sie ob sie das nicht am Wochenende tun wolle. Sie wollte. Was für ein Glück. Und Sara war auch wirklich ein Glückstreffer. Nun na gut, wäre da nicht noch Justin, auch aus der Gartenanlage, gewesen der sie über die gelegentlichen langweiligen Phasen hinweggeholfen hatte. Wäre er nicht gewesen, und hätte auch zwischendurch nicht schön mit ihr gespielt, es hätte ihr sicher weit weniger Freude bereitet. Danke Justin und Sara. Ihr wart für euer Alter (4./5.Klasse) wirklich gut und es war auch ganz ordentlich was in der Kasse. Dann war da noch Nico, der einfach fast immer da war, alles spielen wollte und mir aber auch ab und zu geholfen hat. Zum Beispiel meinen Rittermacher (Schwert) holen, wenn ich jemanden zum Ritter schlagen wollte. Und es wurden einige zu Rittern ausgebildet.


Neue/Alte Platz

Diesmal kam mir der „neue“ Platz schon gar nicht mehr so groß vor und das Publikum noch dankbarer und jubelnder. Doch denke ich immer noch an die schöne Zeit auf den ersten Platz zurück. Diese Frische des Grases welches man dort immer riechen konnte, der Schatten der schönen Bäume, der Wasseranschluß, die Ruhe. Wenn man hier zum Donnerstag Abend ankommt ist es wie eine Erholung, es ist wie auf einem ruhigen und idyllischen Campingplatz. Auf dem neuen Platz vorn vor dem Eingang links, gibt es eine Geräuschkulisse von Straße und Bahn, die immer da ist. Besucher und Gäste bleiben erst einmal strikt auf dem Weg. Es ist schwieriger sie auf die Wiese zu locken. Dieses Jahr habe ich versucht sie mit mehreren Bänken mehr zum verweilen einzuladen. Das hat teilweise geklappt. Eltern und Großeltern konnten so ihren Sprösslingen beim spielen und kämpfen zusehen und sich selbst dabei ausruhen. Zum Feierabend lockte doch wieder das gute Kneitinger-Bier. Wieder fantastisch. Es tut gut so den Tag zu beschließen.


Schloss Pürkelgut

Schloss Pürkelgut etwas verdeckt aber romantisch

Die Duschen zum Fest

die Duschen für uns, kalt aber gut

Toilettenschild mittelalterlich

schönes Toilettenschild

Mittelalter-Duschen

Sonnabend- und Sonntag-Morgen waren wir fein duschen. Jedes Jahr solange ich zurückdenken kann zu Hexentanz und Feenzauber in Regensburg war eine Dusche im Freien aufgebaut. Sie ist immer kalt, und so spartanisch wie möglich eingerichtet. Duschen auf Zeltplätzen dagegen, sind reiner Luxus. Solange schönes Wetter ist, war das auch immer ein kleines, großes Morgen-Erlebnis. Ein Hauch von Abenteuer und das hieß unter anderem Überwindung. Andere Halb Nackige warteten davor oder kamen nur spärlich bekleidet daraus hervor. Hier ging es offen zu wie auf einem FKK-Platz. Toll hier. Jetzt konnte der Tag kommen.


Ritterspielzeug

Ritterspielzeug

jetzt ist was los

ganz schön was los

Ritterspiele Sack schlagen

Sack schlagen

Freude und Freunde

Ralf Knöpfler war mit seinem Badehaus da, Elke meine Armbrustdealerin, Hilmar der Punzierer, die Rittersleute die ich so lange schon kannte, Mutter und Tochter vom Fellstand, die Schmuckhändlerin aus München, der Bogenschütze und Bogenverkäufer Andreas. All jene machten mir Freude weil sie einfach da waren, mir Freund waren oder mir immer wieder sagten, wie toll ich das immer alles mache. Andreas der Bogenschütze sagte mir sogar, seitdem ich aus der hinteren Wiese weg bin hat er dort kaum noch Umsatz gehabt. Jetzt hat er einen anderen Platz.


viel los auf Schloss Pürkelgut

jetzt ist was los

bei Kerzenzieherin Ulrike

bei Kerzenzieherin Ulrike

Ritter in Regensburg

Unsere Nachbarn die Ritter

Der schönste Stand

Als wir, Ulrike und ich, am Samstag-Abend zum Feierabend-Bier gingen, kam uns eine Familie mit Kindern im Torbogen entgegen und die Frau sagte: „Danke für die schöne Unterhaltung heute bei Ihnen – Das war Toll- Danke“. Ach wie ist das schön zu hören zum Feierabend. Andere sagten mir gleich am Platzt, „Das ist der schönste Stand hier auf dem ganzen Platz“, und „Bei Ihnen hier ist es einfach am schönsten“. Hin und wieder kommt es vor, das mir Mütter oder Väter auch mal was zustecken weil ich das mit ihren und aber auch mit den anderen Kindern alles so schön mache. Oder es bringt mir mal jemand etwas zu trinken oder zu essen mit. Da ist die Freude natürlich riesig. Das spornt mich an. Irgendwann so zum späten Nachmittag bzw. früher Abend und nach dem Ende des Ritterturniers sind so viele Menschen und Kinder da, das ich gelegentlich glaube, es nicht mehr zu schaffen. Alle lassen alles Spielzeug und Waffen, was sie hatten da fallen wo sie gerade sind. Ich bin nur am aufheben, Kleinreparaturen vornehmen und wieder etwas aufheben unterwegs. Meistens geht das so 1-2 Stunden. Angespornt zum weitermachen werde ich dabei oft nur durch einen Blick zum Kerzenzieherstand und Armbrustschießstand. Wenn die wenigstens laufen, bin ich doch sehr zufrieden. Schließlich möchte ich auch von dort etwas mit nach Hause bringen.


Sackhüpfer

viel kleine Sackhüpfer

Kerzenzieherin Ulrike

Kerzenzieherin Ulrike

Hufeisen-werfen

Hufeisen werfen

Verbesserungen

Ulrike spornt mich an, alles immer noch besser zu machen und auch zu bauen. Es muss so sein wie man es selbst gern hätte. Zum Beispiel, wenn eine Ritterfigur beim Armbrustschießen durch einen Schuss getroffen wurde, könnte doch durch die rein mechanische Bewegung der Ritter einfach mal „Aua Aua“ sagen. Ja, ich denke gern an Regensburg zurück, an all die Jahre wo ich schon hier war. Das ganze Areal gefällt mir einfach gut. Die Kastanien in der Mitte des Hauptplatzes, unser Schlafplatz, die Duschen, die gute Atmosphäre hier, das Kneitinger Bier, meine Bekannten und Freunde die ich immer wieder hier treffe. Alles ist schön! Wir waren zufrieden.




Juni 2013





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Hier mein vorheriger Bericht vom Bauernkriegsspektakel Mühlhausen in Thüringen als Kerzenzieher Kobold Mike