Hechtfest Teterow

Reise und Erlebnisse zum traditionellen Hechtfest in Teterow - 2013

 

Hinfahrt

Jetzt war ich bereits zum 3. Mal in Teterow, dem Mittelpunkt Mecklenburg-Vorpommerns. Los ging es mit Müdigkeit, schon hinter Schlieben hatte ich leichte Konzentrationsschwierigkeiten. Auf der Autobahn von Duben aus konnte ich kaum noch den Kopf gerade halten. Zum Glück war es nicht so weit. Nur 320 km und die Strecke lässt sich schön im Kopf merken, ohne das man sich groß anstrengen müsste. Das Navi läuft zwar immer mit, aber mir ist die Strecke sympatisch und bekannt. Es gibt nichts was mir neu wäre dorthin. Das ist schön. Ich fahre immer geradeaus in die "Reichshauptstadt". Nachdem ich zwischendurch eine kleine P.-Pause gemacht habe, wache ich irgendwann auf und ich muss doch nicht mehr anhalten. Ich fahre durch Berlin, sehe den Fernsehturm und den Funkturm und steuere auf die A24 Richtung Hamburg zu. Dann weiter zur A19 Richtung Rostock und schon nachdem ich noch etwas flüssiges und nahrhaftes eingekauft habe stehe ich vor meiner Unterkunft am Motel in Teterow, direkt an der ARAL-Tankstelle. Wenn ich ein Zimmer bekomme kann ich mich gleich viel besser konzentrieren und mich entspannen, egal was passiert. Die schöne Arbeit kann kommen. Es ist ein schönes ebenerdiges Zimmer. Hier fühle ich mich wohl. Auch war ich hier schon einmal untergebracht. Vor zwei Jahren war ich hier mit Ute und Andreas.


Aufbau

Jetzt aber raus zum Platz und meinen Stand aufbauen. Es ist schön, zu wissen wo man hin muss, das zu kennen was wichtig ist. Ich wusste wo ich hin muss und kam nach langer Fahrt an meinem Teterower Standplatz an, hier zum Teterower Hechtfest. So baute ich denn meine Hütte auf und verbarg darin alles was ich mitgebracht hatte, was ich für die nächsten 2 Tage zum Kinderritterturnier und Ritterliche Spiele benötigte, sowie das Armbrustschießen für Kinder. Nun war ich fertig. Alles wichtige hatte ich für heute getan. War ich froh! Nun zurück in meine angenehme Unterkunft und noch ein Bier trinken. Zu mehr kam es dann auch nicht. So erschöpft war ich.


morgendlicher Markstand

Morgendlicher Markstand

Standplatz in Teterow

Standplatz in Teterow

Mike Kaufmann

Mike Kaufmann


Gedanken

Die vielen km Autobahn die sich ziehen. In der Woche habe ich auch immer zu tun. Alles will sauber gehalten werden, repariert werden und wieder in Ordnung gebracht. Ständig ist an diesen Dingen etwas kaputt. Auch neue Sachen wollen gebaut und ausprobiert werden. Vorige Woche waren wir mit Ulrike im Wald und haben uns ein paar schöne Stangen Holz geholt. Zum Beispiel für: nennen wir es Rittergolf oder Wikingergolf. Ein außergewöhnliches Hecht/Fischangelspiel möchte ich auch bauen. Jedes Spiel soll so schön und außergewöhnlich sein, das man es für das schönste im ganzen Königreich hält. Jeder soll wissen hier ist das Beste versammelt. Was er hier sieht wurde wirklich mit Liebe gemacht: für die Ewigkeit.


8.00 Uhr gab es ein schön gemachtes Frühstück am Büfett. Darauf freute ich mich schon am Abend. Dann schnell los und alles schön aufgebaut. Ich möchte etwas bieten, dazu gehört auch Pünktlichkeit. Alles wird aufgebaut.


Was zu tun war

Kinderritterturnier, Fahnen aufhängen, Kinder-Rüstungen, Helme, Hozschwerter, Ritterschilder, Lanzen, Roland und Ringe für Ringlein-stechen, Pferde, Stumpfe-Stumpfe, Sack schlagen, Geschicklichkeitsseilziehen, Hufeisen werfen, Eierlaufen, Holzlöffel, Sackhüpfen, Filzballfange, Hufeisen sauber machen, Wimpel stellen, Klötze verteilen, Körbe auspacken, Stelzen, Laufmaschine/Sommerski, Holzeimer, Jutesäcke usw. Arnbrustschießen, Armbrüste, Gewinne, Kasse, Tische, Schemel, usw. usw


Ich möchte das Beste bieten.

Ich biete Kinderritterturnier und Ritterliche Spiele an, dafür bekomme ich Gage bzw. Honorar. Dafür soll man schließlich auch das Beste bekommen, was man sich darunter nur vorstellen kann. Meine Leistung soll außergewöhnlich gut sein. Davon soll man sprechen. Ein besonders herrausragendes Erlebnis für Kinder, Eltern und alle anderen Besucher. So soll es sein. An mich soll man sich erinnern, so wie an sein schönstes Kindheitserlebnis. Das versuche ich immer wieder zu bieten und nicht nachzulassen. So war es auch diesmal wieder in Teterow zum traditionellen Hechtfest.


Armbrustschießen Erwachsene

Armbrustschießen

Laufmaschine

Laufmaschine

Elli Koch

Elli Koch


Ist man hier echt im Mittelalter?

Fragt ein neu dazu gekommenes Mädchen? Was können wir noch machen fragen zwei verspielte? Ich überlege schnell. Können wir mal einen Ritterkampf machen? Sind das echte Pferde hier, die nächsten? Mama ich möchte mal Armbrustschießen, der Sohn. Was kann man hier gewinnen? Dürfen wir mal die Helme aufsetzen? Ist das ein echtes Schwert? Dürfen wir uns das mal ankucken? Bist du ein Ritter? Sind die Eier echt? Wie geht´n das? Dürfen wir das auch mal machen? Sagen Sie, haben sie das studiert, sie machen das ja so gut mit den Kindern hier. Das ist das schönste was man hier machen kann. Bei Ihnen macht das am meisten Spaß. Toll das es so etwas hier gibt. Unser Sohn würde gern mal die Ritterrüstung ausprobieren, dürfen wir?


Antworten

Moment ich komme gleich. Wir machen gleich ein Ritterturnier. Wenn wir hier fertig sind, dürft ihr zwei die Ritter sein. Die Rüstungen sind aus dem späten 13. Jahrundert. Bei mir ist alles echt, auch die Pferde. Die Holzschwerter sind aus echtem Holz. So, jeder hat 6 Stahlbolzen aus Kork zum Armbrustschießen. Weil du so schön getroffen hast bekommst du von mir diese magische Wunsch- und Wunder-Eichel aus dem Traumzauberwald, von hinter den sieben Bergen. Wenn du sie in die rechte Hosentasche steckst und du hast mal Kummer oder Sorgen, wird sie dir Glück bringen wenn du daran glaubst. ..sie unter dein Kopfkissen legst und du einen süßen Traum hast, geht er in Erfüllung wenn es ein guter Traum war. Du probiere das mal aus.


Armbrustschießen Mädchen

Armbrustschießen

Holzmurmelspiel

Holzmurmelspiel

Geschicklichkeits Seilziehen

Geschicklichkeits-Seilziehen

Auf dem Turnierplatz

Achtung, Achtung in wenigen Augenblicken beginnt ein Ritterturnier für Kinder! Versammelt euch, bleibet stehen und staunet über die kleinen Ritter. Kommet, kommet und bleibet stehen. "Hier spritzt das Blut, hier brechen die Knochen." Gleich geht es los. Wer möchte das Burgfräulein sein? Wer hält die Ringe, Hufeisen werfen, hier ist Hufeisen werfen. So schlage ich dich, hier heute und jetzt, vor den gesamten Handwerkern, Bauern und adeligem Volke hier auf dem Turnierplatz zu Teterow, Kraft meiner Würde und meines Amtes zum Ritter mit diesem Rittermacher. Wie heißt du Bursche? Du hast hervorragend gekämpft, alle Prüfungen bestanden und die Ritterwürde hoch gehalten. Albert. Ich werde dich Albert nennen. Im Namen des Vaters, des Sohnes und des heiligen Geistes, ...kennst du die 3? Ja! Das war die richtige Antwort. Wann war dein letzter Kirchgang? Vorige Woche! Möchtest du ein tugendhafter, treuer und edler Ritter werden. Ja! Möchtest du die Ritterwürde hoch halten, deinen Pflichten nachkommen und auch gegenüber Alten, Frauen und Mädchen immer nett sein? ......äh. ...äh Ja! So nimm denn diesen Schlag, auf das dieser hier dein letzter sei. (obligatorische Ohrfeige) Nun bist du ein Mann und ein Ritter. Nun ziehe denn in die Welt, tue gute und edle Taten und sei auch gegenüber Mädchen immer nett.


Kinder Ritterkampf

Kinder-Ritterkampf

Wappen am Roland

Wappen am Roland

Ritterkampf Kinder

Ritterkampf Kinder

Nachbarn

So vergehen zwei Tage. Mit allen meinen Nachbarn freunde ich mich an und nehme Kontakt auf. Da sind die Frauen vom Tourismusverein und Interessengemeinschaft Hechtfest, der Reservistenverein, der Reit- und Fahrverein, ein Verein zur Unterstützung der Kita, die Wachmänner. Meine Nachbarn sind meine wichtigsten Ansprechpartner, da kaufe ich Kuchen, mal bei dem, und mal bei dem Verein. Zum Mittag gibt´s eine geräucherte noch warme Forelle, die mir sehr gemundet hat. Zum Abend gleich noch einmal. Einmal bringt mir eine Mutter einen Fleischspieß im Brötchen. Ich bin beeindruckt. Diese Mutter mit ihren 2 jugendlichen Mädchen waren voriges Jahr auch schon bei mir. Gerade noch zusammen gespielt, Späße gemacht und nun ..Ist das Essen für mich?


Mehrere meiner Gäste erkenne ich von vorigen Festen wieder. Sie sprechen mich auch darauf an und sagen mir sogar das es schön war bei mir.


Am Sonntag Morgen ist Evangelische Predigt vor dem Bierzelt. Ein junges Mädchen singt. Es gibt moderne kurze Dialoge als Kurzvortrag von Jugendlichen. Die Geschichte des Mannes aus Samaria wird erklärt. Der Pastor ist über´s Mikrofon schön deutlich zu hören und hat eine ruhige und angenehme Stimme. Die Sonne scheint. Ich bin voller Hoffnungen und optimistisch für den Tag.


Festgottesdienst Teterow

Festgottesdienst Teterow

Forelle geräuchert

Mittagessen

Autobahn

Unterwegs auf der Autobahn

Diebstahl?

Fast habe ich verschmerzt das mir gestern ein Junge (9. Klasse mit beschriftetem Oberteil "Jugendfeuerwehr") aller-höchstwahrscheinlich Geld gestohlen hat. Und zwar einen für mich sehr erheblichen Teil. Immer war er da, wollte mit helfen und alles machen. Das war mir von Anfang an unsympatisch. Nicht jeder der mir helfen will ist mir unsympatisch. Er hatte kein Geld zum Armbrustschießen, war ohne Eltern da und schlich ständig um die Kasse herrum. Da ich dies aber bemerkte nahm ich die paar 5 Euro Scheine immer herraus, wenn ich mal zu den Toiletten ging. Ich dachte ich habe alles im griff und doch ist es wieder passiert. Als ich am Sonnabend Abend beim aufräumen mal kurz meine Tasche abgelegt habe ist es passiert. Ich bemerkte es nicht gleich. Aber als ich einmal vorausschauend um die Ecke sah, wich er genau davon zurück. Wieder dachte ich, ich hätte alles im Griff, doch da muss es schon passiert sein. Ich mag nun nicht mehr daran denken. Ich fühlte mich lehr, missbraucht und dumm. Voriges Jahr in Lößnitz im Erzgebirge ist mir mal etwas ähnliches passiert. Davon ein anderes mal.


Feierabend?

Sonntag 15.00 Uhr fängt es zu regnen an. Nieselregen der nun bis zum Feierabend nicht mehr aufhören wollte. Ich nutze die Gelegenheit um mir noch eine geräucherte Forelle zu holen. Alles regenanfällige habe ich zugedeckt oder in meinem Armbrustschießstand verstaut. Darin saß ich nun und schlemmte in Seelenruhe meinen Fisch. Irgendwie war ich trotz Regen zufrieden. Daß nun vieles nass wurde, ich alles zu Hause aufhängen und trocknen musste berührte mich nur sekundär. Es sah langsam nach Feierabend aus.


Mit Eichendorff´s Zufriedenheit

Da trat ich vor meine Hütte, satt, sitt und zufrieden wie ich war, und besah mir die Umgebung. Da fiel mir ein Ausschnitt eines kleinen Büchleins ein, welches ich vor vielen Jahren mal gelesen und für sehr gut befunden hatte. Joseph von Eichendorff "Aus dem Leben eines Taugenichts"

Den ganzen Tag (zu thun hatte ich weiter nichts) saß ich daher auf dem Bänkchen vor meinem Hause in Schlafrock und Schlafmütze, rauchte Taback aus dem längsten Rohre, das ich von dem seligen Einnehmer vorgefunden hatte, und sah zu, wie die Leute auf der Landstraße hin- und hergingen, fuhren und ritten. Ich wünschte nur immer, daß auch einmal ein paar Leute aus meinem Dorfe, die immer sagten, aus mir würde mein Lebtage nichts, hier vorüber kommen und mich so sehen möchten.


Bundeswehr-Entscheider

Das Glück meinte es gut mit mir da rief mich die liebe Frau Ilse Koch zu sich um mir meine Gage auszuzahlen. Es regnete weiter und so dachte ich vor mir hin: Wenn das nicht das Ende des diesjährigen Hechtfestes sei und der anfangende Beginn des nahe herbeieilenden Feierabends. Meine Nachbarn ringsum packten bereits emsig ihre Sachen. So pfiff ich vor mir hin und es erschien vor mir ein uniformierter Bundeswehrangehöriger auch mit Pfiff und sicher ranghoch. Er hätte mich gesehen und mehr noch gehört, auch von anderen, und meine Quallitäten waren überzeugend. Zum Tag der offenen Tür solle ich Gäste und Besucher mal so ordentlich wie hier, die kleinen Ritter, so recht durchexerzieren. Aber vor allem seine Männer. Spaß soll es machen. Das freute mich alles sehr. Hier wurden meine Talente entdeckt und für gut befunden.


Kinder machen Hufeisen-sauber

Kinder machen ihr eigenes Hufeisen sauber

Hufeisen werfen

Hufeisen werfen

Hufeisen sauber machen

Hufeisen sauber machen

Alle Socken Nass

Alles nasse und noch nicht nasse ward verpackt. Von meinen liebgewonnenen Sicherheitsleuten verabschiedet, auch Frank vom Archiv, sowie Elli und ihre Mama. (Tourismusverein Teterow) Da jetzt endgültig alle Schuhe nass waren und mit den Holzschuhen konnte ich nicht fahren, musste ich nun notgedrungen meine Gummistifel zum Auto fahren anziehen. Eigentlich hatte ich ja vor, mir noch mal frische Socken drunter zu ziehen und wieder in die nassen Halbschuhe rein, doch siehe da die Socken waren mit der Tasche, die ja auf dem Boden gestanden hatte völlig durchnässt. Es blieben also tatsächlich nur noch die Gummistifel.


Bild und Burger

Die Autobahn 19 bis zum Dreieck Wittstock Dosse ist sooo schön frei. Das Leben ist so schön. Ich bin zufrieden und ich habe Geld verdient. Nur im Radio finde ich nichts gescheits. Das wird erst wieder besser, wenn man sich Berlin nähert. Ach Unsinn, da habe ich auch nichts wirklich besseres gefunden. Dann auf der A 24 (Hamburg - Berlin) wurde es gleich wieder so richtig voll. Kurz danach wurde es schleppend, bis es aus unersichtlichen Gründen kaum noch weiter ging. Zirka 10 km vor dem Berliner Ring genehmigte ich mir eine Pause an der Autobahnraststätte Linumer Bruch Süd. "Alle" Mann erst mal in Gummistiefel rein. In der Gaststätte links neben dem Mc Donnalds konnte man sich einen schönen Salatteller für 5 Euro anhäufen. Das hat mir gut getan. Aber danach, als ich mir bei Mc Donnalds für die Fahrt noch einen Latte Macciato holen wollte ist mir doch tatsächlich noch ein ganz kleiner Burger mit draufgerutscht. Wie konnte das nur passieren? Später werde ich sagen, das ich das nicht war und nur mal auf Toilette dort wollte. Niemand hatte mich gesehen. Das ist fast so schlimm wie mit einer BILD-Zeitung, von jemanden gesehen zu werden. Die Bilderzeitung sehe ich mir natürlich nicht an, aber ich musste sie mal für jemanden mitbringen und wurde dabei von jemandem erwischt. Wenn ich daran denke schäme ich mich heute noch.


Westlicher Berliner Ring, Autobahn Richtung Leipzig, Abfahrt Brück/Linthe, Treuenbrietzen, Jüterbog, Herzberg Elster -- Endstation Falkenberg Elster. (Perle Südbrandenburgs)


Mai 2013